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Abmeldung Wohnsitz in Deutschland - Zweitwohnsitz möglich?


14.12.2014 15:55 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Wer auswandert, kann seinen inländischen Wohnsitz auch aufgeben, wenn er diesen nur für Verwaltungszwecke beibehält, etwa um ihn in absehbarer Zeit zu vermieten oder zu veräußern (AEAO Zu § 8 Ziff. 6 am Ende).


Sehr geehrte Anwältinnen und Anwälte,

wir sind nach Südamerika gezogen, halten uns hier ca. 200 Tage im Jahr auf und möchten unseren Wohnsitz in Deutschland abmelden. (Bisher waren wir in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig.)
In Deutschland haben wir einige Immobilien und würden bzgl. Mieteinnahmen dann in Deutschland "beschränkt steuerpflichtig" sein.

Zudem besitzen wir in Deutschland ein Haus, in dem wir bisher wohnten und das wir erst in 1-2 Jahren leerräumen und vermieten werden.

Wo wir jetzt wohnen ist eine Postzustellung so gut wie unmöglich.

Frage: Können wir in Deutschland (allein schon für die Postzustellung) einen Zweitwohnsitz behalten und trotzdem unsere "unbeschränkte Steuerpflicht" ins Ausland verlagern?

Vielen Dank!!

14.12.2014 | 18:42

Antwort

von


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Tel: 03040393365
Web: www.jahn-law.com
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Sehr geehrte Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis der gegebenen Informationen wie folgt.

Es ist richtig, dass wer in Deutschland einen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt hat, hier unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig ist (§ 1 Abs. 1 EstG und §-§ 8 und 9 AO). Wer das nicht hat, kann beschränkt einkommenssteuerpflichtig sein, wenn er inländische Einkünfte hat (§ 1 Abs. 4 EStG). Dazu gehören auch die Einkünfte aus nicht gewerblicher Vermietung und Verpachtung, wenn die vermieteten Grundstücke im Inland belegen sind (§ 1 Abs.4 i.V.m. § 49 Abs.1 Ziff. 6 EstG). Daran würde sich auch nichts ändern, wenn Sie sich in einem südamerikanischen Land aufhalten, mit dem Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen unterhält, was für die meisten aber nicht alle südamerikanischen Länder gilt, weil praktisch in all diesen Abkommen für Mieteinnahmen, das Be-steuerungsrecht dem sogenannten Belegenheitsstaat des vermieteten Grundstücks - hier also Dtl. zugewiesen wird.

((Wenn Sie sich praktisch 200 Tage pro Kalender-jahr in einem südamerikanischen Land aufhalten aufhalten und dort auch etwas bewohnen, das sich als "selbstständige Wohnstätte" im Sinne der DBAs verstehen lässt -(wozu auch problemlos etwaige Favella-Apartments zu zählen sein dürften, sofern Sie denn zumindest eine Form von Außenwänden und ein Dach haben) - würden die DBAs den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen hier wohl auch dem südamerikanischen Land zuweisen, so dass Sie dort "ansässig" sind.))

Nun zu Ihrer eigentlichen Frage: § 8 AO definiert als Wohnsitz das Innehaben einer Wohnung unter Umständen, die darauf schließen lassen, dass man die Wohnung beibehalten und benutzen wird. Bei ihrem deutschen Haus handelt es sich damit um eine Wohnung i.S.d. Norm. Über diese behalten sie auch die Verfügungsmacht, wenn sie sie für ein bis zwei Jahre leer stehen lassen, so dass sie diese nach wie vor innehaben. Allerdings besteht ein Wohnsitz, dann nicht mehr, wenn die inländische Wohnung "zur bloßen Vermögensverwaltung" zurückgelassen wird. Das liegt z.B. dann vor, wenn "ein im Ausland lebender Steuerpflichtiger seine Wohnung verkaufen oder langfristig vermieten will und das in absehbarer Zeit auch tut. Eine zwischenzeitliche kurze Rückkehr zur Beaufsichtigung der Wohnung führt auch nicht dazu, dass diese wieder zu einem inländischen Wohnsitz wird" (Zu § 8 AEAO Ziff. 6 am Ende). Wenn sie sich daneben auch noch in Deutschland polizeilich abmelden, was ein weiteres Indiz für das Nicht-Vorhandensein ein deutsches Wohnsitzes ist, sehe ich eigentlich kein Problem darin, Ihre eigentliche Frage einfach mit "Ja" zu beantworten. Sie behalten einfach sozusagen eine deutsche Briefkastenanschrift. Das ist alles.

Allerdings sollten Sie wenn Sie nicht nur einfache Briefpost erwarten sondern behördliche Zustellungen z.B. aus laufenden Verfahren etwa mit dem Finanzamt oder Mietern erwarten, dafür sorgen, dass jemand Ihre Post auch aufmacht, ihnen einscannt und "e-mailt", damit keine Fristen versäumt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Es ist auch richtig, dass für die meisten


Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2014 | 22:49

Sehr geehrter Herr Jahn,
besten Dank für Ihre Antwort!
Falls wir nun eine "deutsche Briefkastenanschrift" behalten können, dürfen wir dann auch ein Auto in Deutschland auf uns angemeldet lassen oder müssen wir das ? (Am Ende Ihrer Antwort steht noch "Es ist auch richtig, dass für die meisten"... fehlen diese Worte oben im Text, bzw. gibt es eine Fortsetzung?)
Vielen Dank!
MIt freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2014 | 09:57

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre neue Frage wie folgt: Eine Pflicht einen PKW abzumelden, besteht nur dann, wenn er stillgelegt ist (z.B. die Hälfte des Jahres auf einer öffentlichen Verkehrs-fläche steht. Wenn Sie ihn in ihrer Garage oder auf Ihrem Grundstück stehen lassen, ist das zunächst einmal Ihre Sache).

Das Ende der Antwort oben, war einfach ein Tippfehler, für den ich um Nachsicht bitte.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

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