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Abmahnung angedroht


| 04.09.2017 21:30 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin im Firmendienst einer Reisebürokette als Reiseverkehrskauffrau tätig ( Dienstleistungsgewerbe )
Zu meinem Aufgabengebiet gehört die telefonische und schriftliche Bearbeitung von Kundenanfragen bezüglich ihrer Dienstreisen.Der Dienst wechselt zwischen Telefon und Mailbearbeitung. Wegen letzterer wurde mir heute mit Abmahnung wegen Verletzung einer Arbeitsanweisung gedroht. Die Arbeitsanweisung für den Maildienst lautet, die Mails nach Eingang und nicht nach Priorität zu bearbeiten.Bis 16:30 Uhr darf sich keine Mail gezogen werden, sie werden dem Bearbeiter vom Postfach zugeordnet. Das bedeutet , dass Kunden , die kurzfristig reisen wollen, länger warten müssen , nur weil ihre Mail später im Postfach ankam.
Da jeden Feierabend 40 bis 50 Mails übrig bleiben, dürfen ab 16:30 wenigstens die Mails per Hand gezogen werden, in denen die Ausstellung der Flugtickets gefordert wird.Ist man damit durch , wird wieder stupide nach Eingang zugeordnet.
Nun gibt es auch Mails, die trotz des fehlenden Kriteriums "Ticketausstellung " eilig sind, weil für den Folgetag. Eine solche habe ich mir heute verbotenerweise gezogen, um sie schnell zu bearbeiten,der Kunde hätte sonst eventuell den Mietwagen für den Folgetag 17 Uhr nicht mehr geliefert bekommen , denn auch die Mietwagenstation braucht 24 h Vorlaufzeit.
Meine Teamleitung drohte nun deswegen mit Abmahnung. Ist eine solche aus diesem Grund gerechtfertigt ?
Es bleibt ja keine andere Arbeit deswegen liegen.
Mir persönlich fällt es unheimlich schwer, die Kunden derart auflaufen zu lassen, die Beschwerden häufen sich , natürlich bekommen wir den Unmut am Telefon aus erster Hand ab.



04.09.2017 | 22:26

Antwort

von


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Sehr geehrte Mandantin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, gerne möchte ich Ihnen diese wie folgt beantworten:

Es ist sehr gut nachvollziehbar, dass Sie in der geschilderten Weise gehandelt haben, zumal eine Gefährdung von Interessen anderer Kunden oder von Belangen Ihres Arbeitgebers erkennbar nicht zu erwarten war.
Dennoch dürfte Ihr Arbeitgeber im Grundsatz leider im Recht sein. Gerne erläutere ich Ihnen, wieso dies so ist:

Im Grundsatz obliegt dem Arbeitgeber das so genannte Weisungsrecht, das sich dem Gesetz nach aus § 106 Gewerbeordnung (GewO) ergibt, und nach dem er dazu befugt ist, Inhalt, Ort und Zeit Ihrer Arbeitsleistung genauer festzulegen. Dies kann etwa per individuellem Arbeitsvertrag oder - wie vorliegend bei Ihnen - im Rahmen einer allgemein für alle Kollegen anwendbaren Dienstanweisung geschehen.

Zwar muss er nun auf gewisse Belange Ihrerseits Rücksicht nehmen, etwa was die Verteilung von Arbeitszeiten, die Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Behinderung etc. angeht. Leider gilt dies aber nicht, soweit gewisse Anweisungen Ihrerseits inhaltlich als unsinnig empfunden und daher teilweise missachtet werden.
Sie mögen also sicherlich nachvollziehbare und gute Gründe für Ihr Handeln vorweisen können. Aus diesen Gründen und da offenbar keine Schäden zu Lasten des Arbeitgebers eingetreten sind, müssen Sie auch sicherlich auf Basis des vorliegenden Falls keine weitergehenden Negativfolgen befürchten.

Dennoch ist der bewussten Anweisung zukünftig Folge zu leisten, da die Angelegenheit im Wiederholungsfall durchaus zu Ihren Lasten ausgehen kann, schlimmstenfalls sogar bis hin zu einer Kündigung. Inhaltlich ist sie Ausprägung des Rechts Ihres Arbeitgebers auf Findung und Durchsetzung einer Unternehmenspolitik, welche Sie teilen können, aber natürlich nicht müssen.

Sollte die Situation mithin auf Dauer weiter so unbefriedigend für Sie bleiben, wie Sie dies aktuell empfinden, kann es sich durchaus empfehlen, ein offenes Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten zu suchen, um eventuelle Verbesserungsvorschläge für die gültigen Anweisungen einzubringen.
Gegen die Entscheidung Ihres Chefs handeln dürfen Sie aber leider dennoch nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit weiterhelfen und stehe für eventuelle Rückfragen natürlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin


Bewertung des Fragestellers 04.09.2017 | 22:51


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