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ALG2


07.11.2005 09:06 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin etwas verwirrt, denn ich bekomme von niemandem eine hundertprozentige Aussage, wieviel Geld man bei Erhalt von ALG2 dazu verdienen darf, ohne dass man es angeben muß!? Nicht mal vom Arbeitsamt selbst. Ich habe das Gefühl man will mir keine Auskunft geben! Auch im Internet sind nur alte Versionen vorhanden und nicht der neueste Stand. Wenn ich vielleicht die Möglichkeit hätte 100 € im Monat dazuzuverdienen möchte ich doch wissen ob ich das angeben muß oder nicht!
Ich hoffe Sie können mir konkrete Angaben machen! vielen Dank und freundliche Grüße
07.11.2005 | 09:41

Antwort

von


108 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Das zu berücksichtigende Einkommen mindert die Geldleistung (§ 19 S. 2 SGB II). Das zu berücksichtigende Einkommen bemisst sich nach § 11 Abs. 2 SGB II:

(2) Vom Einkommen sind abzusetzen
1. auf das Einkommen entrichtete Steuern,
2. Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung einschließlich der Beiträge zur Arbeitsförderung,
3. Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versicherungen oder ähnlichen Einrichtungen, soweit diese Beiträge gesetzlich vorgeschrieben oder nach Grund und Höhe angemessen sind; hierzu gehören Beiträge
a) zur Vorsorge für den Fall der Krankheit und der Pflegebedürftigkeit für Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht versicherungspflichtig sind,
b) zur Altersvorsorge von Personen, die von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind, soweit die Beiträge nicht nach § 26 bezuschusst werden,
4. geförderte Altersvorsorgebeiträge nach § 82 des Einkommensteuergesetzes, soweit sie den Mindesteigenbeitrag nach § 86 des Einkommensteuergesetzes nicht überschreiten,
5. die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben,
6. für Erwerbstätige ferner ein Betrag nach § 30.

Für Erwerbstätige besteht ein Freibetrag nach § 30 SGB II. Bei einem Bruttolohn bis 400,00 EUR in Höhe von 15 %.
Angeben müssen Sie einen Nebenverdienst in jedem Fall. Dies ist regelm. Bestandteil der Eingliederungsvereinbarung (Sanktionsmöglichkeit bei Verstoß).

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß

Markus A. Timm
-Rechtsanwalt-
www.Rae-Linden.de


Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2005 | 10:05

Das sind viele Paragraphen für einen "Normalbürger"! Wieviel Geld würde ich denn bei einem Nebenverdienst von 100€ abgeben müssen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.11.2005 | 10:14

Entschuldigen Sie bitte: Es werde ca. 75,00 EUR auf das ALG angerechnet. 15,00 EUR behalten Sie mindestens (vgl. § 30 SGB II).

ANTWORT VON

Potsdam

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