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4. Mal Ladendiebstahl


19.05.2017 18:08 |
Preis: 30,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

ich habe in Jahr 2010/2011, 3 Ladendiebstähle begangen. Zusammenrechnet waren es dann 90 Tagessätze und die Verurteilungungen wurden ins Führungszeugnis vermerkt. Die letzte Verurteilung war 2012. Ich habe mir vor 3 Wochen ein erweitertes Führungszeugnis holen müssen und alles war gelöscht. In den letzen Jahren wurde ich nicht mehr rückfällig. Bis heute. Meine Lebensumstände sind zur Zeit wieder sehr schlecht. Ich hatte damals im Gerichtsverfahren nachweisen können,dass ich borderline habe. Auch schwere Depressionen. Ich bin zu 50% schwerbehindert. Nun kam noch die Scheidung hinzu,Übernahme der gesamten Schulden da mein Exmann damals einfach abgehauen ist. Hinzu kommt meine Berufsunfähigkeit und Verlust des Arbeitsplatzes. Mein Einkommen ist momentan sehr gering ich hab mich finanziell von der Scheidung noch nicht erholt. Es soll keine Ausrede sein aber ich habe dann wieder geklaut und wurde prompt erwischt. Der Wert der Ware liegt bei über 100€. Das Busgeld im Laden habe ich ohne große Worte bezahlt. Auch wurde keine Liste erstellt von den Dingen oder das ich irgendwas unterschreiben musste. Er hat lediglich meine Personalien aufgenommen und mir ne allemeine Quittung über eine Einzahlung (Bußgeld) gegeben. Wie Sie bereits merken,könnte ich mir einen Anwalt im Strafrecht gar nicht leisten. Da ich schon 3 mal verurteilt wurde,diese aber schon aus dem Führungszeugnis gelöscht sind, womit muss ich jetzt rechnen? Eine Aussage würde ich vorerst nicht machen. Die letzen Male hatte ich gestanden und aufgrund meiner Krankheit auch Reue gezeigt. Trotzdem bekam ich eine sehr hohe Geldstrafe. Manchmal weiß ich einfach nicht was ich tue. Kann aber richtig und falsch schon noch unterscheiden. Das ich heute erwischt worden bin war wohl wieder ein Zeichen aufzuwachen.
Also meine konkrete Fragen: was kommt auf mich zu und wie gehe ich vor wenn Post kommt ich entweder vorgeladen werde oder mich schriftlich äußern soll?manchmal steht ja da,dass das Nichterscheinen zur Vernehmung geahndet wird,stimmt das? Und wie bringe ich es am Besten zur Einstellung? Oder muss ich gar mit Gefängnis rechnen,weil es das 4. Mal war? Dazwischen liegen jetzt 5 Jahre. Erscheinen bei einer Verurteilung im 4. Delikt die alten Delikte wieder im Führungszeugnis? Vielen Dank!
19.05.2017 | 19:10

Antwort

von


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Tel: 05702 8517612
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Sachverhalt ist nach ihrer Schilderung unstreitig. Sie haben sich demnach gem. § 242 StGB strafbar gemacht. Eine Geringwertigkeit ist mit einem Warenwert über 100 € gem. § 248a StGB nicht mehr gegeben.

Wenn der Ladenbesitzer Strafanzeige und Strafantrag gestellt hat, werden sie entweder einen Anhörungsbogen bekommen oder vorgeladen werden. Sie müssen in dem Bogen nur Angaben zur Person, aber nicht zur Sache machen. Es gilt in Deutschland der nemo tenetur se ipsum accusare Grundsatz, dass heißt das sie sich nicht selbst belasten müssen. Demzufolge müssen sie auch nicht einer Vorladung nachkommen, was ich entsprechend ihres Gesundheitszustandes auch nicht empfehlen würde. Hiernach hat die Staatsanwaltschaft mehrere Möglichkeiten. Sie kann die Sache nach § 153 StPO einstellen oder nach Auflage gem. § 153a StPO einstellen. Außerdem könnte sie einen Strafbefehl erlassen oder es zur Hauptverhandlung kommen lassen. Sie sind jedoch schon vorbelastet. Dies wird sich auch aus dem BZR (Bundeszentralregister) ergeben. Eine Einstellung ist meines Erachtens nach somit unwahrscheinlich und würde in jedem Fall eine anwaltliche Vetreidigung erfordern. Sie müssen sich auf eine Geldstrafe einrichten. Haft ist abwegig, so dass sie sich hier schon einmal keine Sorgen machen müssen. Die Höhe der Geldstrafe hängt maßgeblich von ihrem Einkommen und Vermögensverhältnissen ab. Hier sollten sie alle Angaben, wie hier vortragen. Berufsunfähigkeit, Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes... Zu ihren Gunsten wird sprechen, dass sie einsichtig sind, ein Geständnis ablegen können, schwer krank sind, zu 50% schwerbehindert sind und vor allem den Schaden sofort beglichen haben. All ihre Argumente werden die Geldstrafe drücken. In ihrem Fall würde sich dennoch, dass hinzuziehen eines Anwalts lohnen, damit der Akteneinsicht beantragt und eine richtige Strategie entwickeln kann. Ihre finanzielle Situation spricht wiederum dafür abzuwarten und auf eine geringe Geldstrafe oder Einstellung nach Auflage zu hoffen. Diebstahl ist ein Massendelikt und ihre letzte Tat liegt schon länger zurück, so dass das Führungszeugniss nicht entscheidend ist. Wichtig sind all die Argumente die sie hier angeführt haben und das sie schildern, dass sie sich in einer Ausnahmesituation befinden bzw. die Tat eine Kurzschlussreaktion auf Grund ihrer persönlichen Lage war.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich


Nachfrage vom Fragesteller 20.05.2017 | 01:17

Sehr geehrter Herr Hellmich, ich bedanke mich für Ihre ausführliche Antwort. Mir ist noch unklar ob ich bei der Anhörung vorerst nichts aussagen und falls es zu einem Gerichtsverfahren kommt,dann doch gestehen sollte oder doch lieber schweigen? Die letzen Male wirkte sich ein Geständnis und die Einsicht nicht gerade milde aus. Mein Verhalten war mehr als nur dämlich und unbegreiflich. Ich schäme mich auch zutiefst. Möchte allerdings auch nicht auf die Tränendrüse drücken nur lediglich erklären. Und Mal angenommen ich werde wieder verurteilt zu einer Geldstrafe, wird dann diese Strafe zusammen mit den älteren Strafen erneut im Führungszeugnis auftauchen? die neue Strafe allein? oder bleiben die älteren Strafen im verborgenen? Ich hoffe irgendwann wieder eine Arbeit in einem ähnliche Feld meines erlernten Beruf aufnehmen zu können und dazu wird jedes Mal ein Führungszeugnis benötigt. Wenn dort wieder auch alle alten Strafen und die neue auf tauchen falls ich erneut verurteilt werde,dann ist Harz 4 besiegelt.
Ich würde mir gerne einen Anwalt nehmen aber ich habe zur Zeit nur eine private Rente von 500€, dreimal so hohe Ausgaben und bin vom Arbeitsamt gesperrt wegen Aufhebung des Arbeitsvertrages. Eine weitere Verschlechterung meiner finazieller Angelegenheit ist vorprogrammiert....wie könnte ich da einen Anwalt bezahlen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.05.2017 | 12:22

Die Strafen sind getilgt und werden nicht wieder aufleben. Die sogenannte "Überliegefrist" ist abgelaufen. Einen neuen Eintrag gibt es erst ab 90 Tagessätzen. Die Verhandlungstaktik kann man seriös erst nach Akteneinsicht bestimmen. Wenn es zur Hauptverhandlung kommen sollte empfiehlt sich bei absehbarer Verurteilung definitiv ein Geständnis, weil es in der Strafzumessung zu berücksichtigen ist. In jedem Fall sollten sie alle ihre aufgeführten Beweggründe angeben und gegebenenfalls auch belegen. Sie müssen bei der Strafzumessung einbezogen werden.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich

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