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20 Jahre Fahren ohne Führerschein


15.06.2017 20:55 |
Preis: 35,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von



Hallo,

die Polizei hat mich erstmalig angehalten und ich bin ohne Führerschein gefahren! Dabei ist nun rausgekommen dass ich zwanzig Jahre ohne Führerschein fahre! Ich war nie im Besitz eines Führerscheines! Der bearbeitene Polizist hat meine Ex Freundin als Zeugin bei der Staatsanwaltschaft angegeben da sie bezeugen kann dass ich immer Auto gefahren bin seit zwei Jahren in denen wir zusammen waren! Sie wusste jedoch nicht dass ich keinen Führerschein habe! Was habe ich an Strafe zu erwarten? Und darf ich den Führerschein überhaupt noch machen? Wenn ja wie lange muss ich warten? Ich bin geschäftlich darauf angewiesen!
15.06.2017 | 23:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider kann man zu der zu erwartenden Strafe ohne Kenntnis der Ermittlungsakte keine seriöse Prognose anstellen.

Tatsache ist natürlich, dass eine Vielzahl von Straftaten vorzuliegen scheint, die auch wahrscheinlich bewiesen werden können. Wenn die Exfreundin bestätigt, dass Sie regelmäßig gefahren sind, reicht das. Der Umstand, dass Sie ohne Führerschein unterwegs waren, ergibt sich aus der Aktenlage. Es kommt nicht darauf an, dass die Exfreundin das wusste.

Vor diesem Hintergrund halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass auch eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe in der Größenordnung von sechs Monaten oder mehr auf Sie zukommt. Wenn es zu einer Geldstrafe kommt, ist damit zu rechnen, dass es sich dann schon um eine empfindliche, hohe Geldstrafe handeln wird. Ich würde mit einer Geldstrafe von mindestens 100 Tagessätzen rechnen. Als Maximum betrachte ich 200 Tagessätze, die gesetzliche Obergrenze beträgt allerdings 360 Tagessätze. Ein Tagessatz entspricht dem Dreißigstel Ihres monatlichen Nettogehalts. Von dem Nettogehalt sind noch eine Reihe von Abzügen vorzunehmen, die ich im Rahmen dieser Plattform nicht alle einzeln aufführen kann.

Ich betone aber noch einmal, dass mehr als eine grobe Einschätzung ohne Kenntnis der Akte mit den von Ihnen gemachten Angaben nicht möglich ist.

Wenn Sie eingeräumt haben oder aus anderen Gründen bekannt ist, dass Sie seit 20 Jahren ohne Führerschein fahren, wirft das unter Strafzumessungsgesichtspunkten natürlich kein gutes Licht auf Sie. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass die Taten nach drei Jahren verjähren. Bezüglich der Aussage Ihrer Exfreundin (die kein Aussageverweigerungsrecht hat) wird es daher auch ein wenig darauf ankommen, an welche Zeiträume sie sich konkret erinnert.

Zu Ihrer zweiten Frage: es gibt keinen Automatismus, der Ihnen verbietet, den Führerschein noch zu machen. Allerdings kann das Gericht als Nebenstrafe ein zeitlich begrenztes Fahrverbot von bis zu drei Monaten verhängen.

Möglich ist außerdem, dass die Behörde, bei der Sie den Führerschein beantragen, ein polizeiliches Führungszeugnis beantragt. Dies kann, muss aber nicht sein. Eine Freiheitsstrafe zur Bewährung oder eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen würde in das Führungszeugnis aufgenommen. Wenn schon ein Eintrag vorhanden ist, würde auch eine geringere Strafe mit aufgenommen.

Die Behörde könnte dann Ihre Eignung zur Führung von Kraftfahrzeugen in Frage stellen und eine Begutachtung der Eignung (MPU) verlangen.

Wie Sie meiner Formulierung entnehmen können, sind diese Dinge aber nicht sicher.

Abschließend möchte ich doch empfehlen, dass Sie wegen der besonderen Wichtigkeit der Angelegenheit einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen. Es besteht ansonsten eine große Gefahr, sich in dem Verfahren ungeschickt und zum eigenen Nachteil zu verhalten. Zumindest sollten Sie - falls noch nicht geschehen - einen Rechtsanwalt damit beauftragen, für Sie Akteneinsicht in die Ermittlungsakten zu beantragen, damit Sie genaue Kenntnis von dem Ermittlungsstand haben. Das wäre schon einmal ein großer Vorteil. Nach Akteneinsicht könnte auch ein Rat dazu erteilt werden, ob es möglicherweise klug wäre, sich schon jetzt zum Führerschein anzumelden und theoretischen und praktischen Fahrunterricht zu nehmen.

Außerdem ist ja klar, dass Sie auf keinen Fall Auto fahren dürfen, solange Sie keinen Führerschein haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Roger Neumann

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