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18monatiger Vertrag Fitness Studio


01.12.2008 20:03 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich habe letztes Jahr einen Vertrag beim Fitness Studio abgeschlossen. Im Vertrag wurde von der Beraterin handschriftlich eingefügt:
18 Monate Erstlaufzeit,
12 Monate Verlängerung,
32 Euro monatlicher Beitrag
49 Euro Aufnahmegebühr.
Bezahlung per Überweisung.
Ich bin insgesamt 3-4 mal in den ersten beiden Wochen im Fitness Studio gewesen und bin dann aus privaten Gründen nicht mehr hingegangen. Mein erster Dauerauftrag schlug fehl und ich kümmerte mich nicht weiter darum. 2,5 Monate nach Vertragsbeginn habe ich dann ein Kündigungsschreiben verfasst mit der Bitte um Kündigung zum "frühestmöglichem Zeitpunkt". Daraufhin bekam ich eine Kündigungsbestätigung (mit fehlender Unterschrift) zum Ende der Erstlaufzeit auf.

Lange nichts vom Studio gehört bis nun das Ende der Vertragslaufzeit gekommen ist und ich bekam vor kurzem ein Mahnschreiben. Aufgeführt als 3. Mahnung (die ersten 2 hatte ich nie erhalten) und man wolle nun die Begleichung aller offenen Beiträge:
Aufnahmegebühr 49 Euro
3 x 3 Euro für die Mahnungen
und 18 x 41Euro (!) als monatliche Beiträge, insgesamt 796 Euro.
Die Rechnung/Zahlungsaufforderung ist so falsch, da der monatliche Beitrag wie im Vertrag festgelegt 32 Euro sein müsste.

1.) Ist die Vertragslaufzeit von 18 Monaten nicht wegen unangemessener Benachteiligung des Kunden unwirksam mit der Folge, dass der Vertrag als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen gilt? Oder streiten sich da noch die Gerichte? Wäre mein Kündigungsgesuch in dem Fall ordentlich und ich müsste nur die ersten 3 Monate bezahlen?

2.) Welche weitere Möglichkeiten habe ich?
Die 32 Euro als Grundlage nehmen, ausrechnen, Geld überweisen und das Fitness Studio auf die fehlerhafte Zusammenstellung aufmerksam machen?

oder

3.) den gerichtlichen Mahnbescheid abwarten? Welche Mehrkosten kommen dann auf mich zu, wenn ich mich entschließe die Forderung dann doch noch zu begleichen?

Mit freundlichen Grüßen
01.12.2008 | 20:54

Antwort

von


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40595 Düsseldorf

Tel: 0176-43025411
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Sehr geehrter Fragesteller,

ausgehend von § 309 BGB wäre lediglich eine Mindestvertragsdauer von mehr als 24 Monaten zu beanstanden, so dass die von Ihnen vereinbarte Mindestdauer von 18 Monaten wirksam wäre.

Gleichzeitig liegt ein Urteil des LG Aachen vor, dass eine Mindestvertragslaufzeit von 24 (!) Monaten als unangemessene Benachteiligung des Kunden gem § 307 BGB definiert.

Ob ein Gericht hier in Ihrem Sinne ebenfalls eine unverhältnismäßige Benachteiligung bestätigen würde, kann im Rahmen dieser Ersteinschätzung nicht beurteilt werden, hierfür müßte der gesamte Vertragstext zur Prüfung vorliegen.

Den Mahnbescheid abzuwarten und erst dann ggfs. anteilig zu zahlen verursacht vermeidbare Mehrkosten, Sie sollten in jedem Fall vor gerichtlicher Geltendmachung reagieren.

Der Weg, den nach Ihrer Ansicht nach korrekten Betrag auszurechnen und anzuweisen, sowie das Studio schriftlich auf den Berechnungsfehler aufmerksam zu machen ist der günstigste Weg.

Sollte dann über die noch geforderte Differenz ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden, dann doch mit einem geringeren Kostenrisko.

Die Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens sind abhängig davon, ob hierfür ein Rechtsanwalt beauftragt wird oder der Mahnbescheid vom Studio selbst beantragt wird. Sie werden nach dem Wert der Forderung berechnet.

Es entstehen bei eine Wert der Forderung von 600,01 EUR bis zu 800 EUR folgende Kosten:

Gerichtskosten 23,00 EUR, RA-Kosten Mahnbescheid ca. 85,00 EUR, RA-Kosten Vollstreckungsbescheid ca. 50,00 EUR.

Diese Kosten erhöhen sich,wenn Sie Widerspruch gegen den Mahnbescheid erheben und das Mahnverfahren in ein "normales" streitiges Verfahren übergeht.

Mit freundlichem Gruss
Lausch
- Rechtsanwältin -








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