Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.814
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

13-jährige u. Ladendiebstahl


| 13.11.2008 21:23 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte(r) Anwält(in),

es geht um den Diebstahl zweier Make-ups im Wert von ca. 10,-€, den meine Tochter begangen haben soll. Sie wurde vom Detektiv zusammen mit einer Freundin, die ebenfalls, wohl nicht zum ersten Mal, etwas einsteckte, nach dessen Angaben beobachtet. Tatsächlich hatte sie zwei make-ups in ihrer eigenen Tasche. Nun wurde sie von einer Mitarbeiterin des Drogeriemarktes regelrecht vernommen, ob sie zugebe, die Sachen gestohlen zu haben. Meine Tochter hat dies zugegeben. Zudem hat die Dame meiner Tochter ein drittes make-up abgenommen, das nachweislich der Privatbesitz meiner Tochter ist, mit der Behauptung, dieses habe sie auch entwendet. Die Sache wurde der Polizei übergeben. Bleibt noch anzumerken, dass meine Tochter ein eher sehr angepasstes Kind ist, das noch nie polizeilich in Erscheinung getreten ist.
Frage: Ist das Verhalten der Marktmitarbeiterin zulässig, was das Befragen meiner Tochter angeht. Diese wusste natürlich nicht, dass sie nicht antworten muss. Sollten wir einen Anwalt hinzuziehen?
Macht es Sinn, sich über das Einziehen des Eigentums meiner Tochter zu beschweren?
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Die Befugnis der Mitarbeiterin des Drogeriemarktes, Ihre Tochter festzuhalten, ergibt sich aus § 127 StPO. Demnach darf jedermann, der einen anderen auf frischer Tat erwischt, diesen vorläufig festnehmen, wenn Fluchtgefahr besteht oder die Identität nicht geklärt ist. Im Rahmen dieser Festhaltung ist die Kassiererin auch durchaus berechtigt, Fragen zu stellen. Eine Aufklärung über die Rechte hat, anders als bei einer förmlichen Vernehmung durch Polizei oder andere dazu befugte Beamte, nicht zwingend zu erfolgen. Jedoch darf hierbei selbstverständlich nicht die Schwelle zu Drohung, Nötigung oder gar Folter überschritten werden. Ein psychischer oder physischer Zwang ist nicht zulässig und kann zur Strafbarkeit der Kassiererin selbst führen.
Das „Geständnis“ kann Ihre Tochter letztlich wieder abstreiten; eine Verwertung kommt zwar grundsätzlich in Betracht - schon allein durch Zeugenaussage der Kassiererin - , hat aber nicht denselben Aussagewert wie ein Geständnis nach Belehrung bei Polizei oder Staatsanwaltschaft. Diesen gegenüber kann Ihre Tochter die Aussage verweigern, worüber Sie zu belehren ist.
Letztlich ist Ihre Tochter als 13-jährige aber noch nicht strafmündig und somit schuldunfähig ist, § 19 StGB.

Die Wegnahme des Eigentums Ihrer Tochter durch die Kassiererin ist aber nicht mehr gerechtfertigt. Ihre Tochter bzw. Sie selbst können verlangen, daß dieses Eigentum wieder ausgehändigt wird. Dabei werden Sie aber beweisen müssen, daß dieses dritte Make-up tatsächlich Eigentum Ihrer Tochter war. Eine Strafbarkeit der Kassiererin liegt hierin aber wohl nicht, da nicht davon auszugehen ist, daß die Kassiererin positiv gewußt hat, daß das Make-up Ihrer Tochter gehört.

Die Hinzuziehung eines Anwalts wird im Hinblick auf das strafrechtliche Verfahren nicht notwendig sein, da Ihre Tochter, wie gesagt, nicht schuldfähig ist. Da auch keine vorherigen ähnlichen Vorkommnisse aktenkundig sind und es sich um geringwertige Gegenstände handelt, sollte es auch nicht zu anderweitigen Auflagen für Ihre Tochter kommen. Sollte die Kassiererin die oben genannten Grenzen überschritten haben, so können Sie selbst Anzeige erstatten. Nur für den Fall, daß die Rückgabe des Eigentums verweigert wird, könnte letztlich eine anwaltliche Vertretung erforderlich sein.

Ich hoffe, daß meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 13.11.2008 | 22:06

Sehr geehrter Herr Müller,
zunächst vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort (angesichts des geringen Einsatzes).

Frage: Detektiv behauptet wohl, er habe gesehen, wie die Mädels eingesteckt haben, Make-Ups waren in der Tasche meiner Tochter. Macht es dann Sinn, Das "Geständnis" wieder abzustreiten?
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2008 | 09:20

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sinn macht der Widerruf des Geständnisses nur dann, wenn Ihre Tochter nachweisen kann – oder sehr glaubhaft schildern kann – daß sie das Make-up nicht eingesteckt hat. Dies sollte natürlich auch der Wahrheit entsprechen!
In diesem Fall würde letztlich Aussage gegen Aussage stehen, wobei natürlich wiederum das „Geständnis“ mitberücksichtigt werden würde. Es käme, sollten keine anderen Zeugen oder Beweismittel (Kameras, andere Mitarbeiter oder auch die Freundin Ihrer Tochter) auf die Einschätzung des Richters an. Diese kann natürlich nicht vorhergesagt werden; alles in allem würde ich aber die Chancen eher schlecht für Ihre Tochter sehen. Allerdings wird es mangels Strafmündigkeit Ihrer Tochter letztlich sowieso nicht zu einem Prozeß kommen.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 14.11.2008 | 08:56


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 14.11.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Trotz für mich ungünstiger Prognose war die Antwort sehr hilfreich und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach Spitze! Sehr kompetent... Immer wieder...! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Vielen Dank für Ihre Einschätzung meiner Situation. Ihre Beurteilung hat mir sehr geholfen. Der Vermieter (Wohngenossenschaft) ist stark zurück gerudert. Wir entfernen nur noch Tapteten in einem Raum anstatt in 3 Räumen :-) ...
FRAGESTELLER