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§ 2055 BGB Indexierung von Grundstücken


| 17.08.2007 13:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Ich habe zu Lebzeiten meines Vaters im Jahr 1999 einen voll erschlossenen Bauplatz im Wert von 69720 Euro erhalten, bei dem
es sich um einen ausgleichspflichtigen Vorempfang handelt.
Eins meiner Geschwister erhielt einen Geldbetrag.

Der Quadratmeterpreis betrug im Jahr 1999 (notariell beurkundet) 107,37 €

Mein Vater ist im September 2006 gestorben. Zu diesem Zeitpunkt
und bis zum heutigen Tag beträgt der Bodenrichtwert laut einem
Gutachten nur noch 105,00 €/m².
Frage:
Findet in einem solchen Fall auch eine Indexierung Anwendung,
obwohl sich der tatsächliche Wert nahezu nicht verändert hat?

MfG
MB
17.08.2007 | 14:10

Antwort

von


252 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

1. Gemäß § 2055 BGB wird dem Nachlass rechnerisch um die auszugleichende Zuwendung vermehrt.
2. Der Wert der Zuwendung bestimmt sich nach dem Übertragungszeitraum, Palandt zu § 2055 RN 3. Jedoch ist ihr Wert auf den Tag des Erbfalls durch Berücksichtigung des Kaufkraftschwundes zwischen Zuwendung und Erbfall umzurechnen, BGH, 65,75.
3. Konkret erfolgt die Ermittlung folgendermaßen:
Ermittlung des Wertes der Zuwendung zum Stichtag der Zuwendung, § 2055 Abs. 2. Dies ist zunächst der Zeitpunkt des Rechtsübergangs (Soergel/Wolf, § 2055 Rn. 1, unmittelbarer Rechtserwerb durch Verfügungsgeschäft, bei Grundstücksrechten durch Eintragungszeitpunkt; so auch BGH NJW 1975, 1831 [BGH 04.07.1975 - IV ZR 3/74] zu § 2325 BGB). Fehlt es an einer Wertbestimmung des Erblassers im Testament oder in der Übertragungsvereinbarung (OLG Hamm MDR 1966, 330 [OLG Hamm 10.12.1965 - 6 U 222/65]) -, so gilt der objektive Verkehrswert (im Zweifel durch Sachverständigen zu ermitteln: Soergel/Wolf, § 2055 Rn. 5). Ob der Begünstigte Früchte (Nutzungen, Zinsen) gezogen hat, ob der Gegenstand zum Stichtag noch existierte, ob er eine Wertsteigerung oder -minderung erfuhr, ist unerheblich.

Der so ermittelte Wert ist auf den Stichtag des Erbfalls zu indexieren (BGHZ 65, 75, 77 = NJW 1975, 1831, 1832 [BGH 04.07.1975 - IV ZR 3/74]; BGH NJW-RR 1989, 259, 260 [BGH 12.10.1988 - IVa ZR 166/87].
Maßgeblich ist der Index für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte ("Verbraucherpreisindex"; Basisjahr derzeit 2000 = 100; aufgeführt bei Palandt/Brudermüller, § 1376 Rn. 30; aktuelle Preisindices unter www.destatis.de = Statistisches Bundesamt). Die Berechnung erfolgt nach der Formel: Wert zum Stichtag × Index neu: Index alt (soll die Steigerung als Prozentquote ermittelt werden: Index neu: Index alt × 100 - 100).

Die Indexierung findet also auch in Ihrem Fall Anwendung und ist wie dargestellt zu berechnen.



Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München

TEL: (089) 45 75 89 50
FAX: (089) 45 75 89 51

info@anwaeltin-heussen.de

Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:
Meine Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich meine Auskunft nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Auch einige Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht geklärt werden. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


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Da gibt es wohl nichts zu rütteln...


ANTWORT VON

Weßling

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Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht